Der Lieblingstermin im Monat: Warum Führungskräfte einen Raum zum Denken brauchen

Manchmal sind es die unscheinbaren Termine im Kalender, die die größte Wirkung haben.

Als ich noch in der Personalentwicklung und als HR Business Partnerin in der Industrie gearbeitet habe, stand ich irgendwann vor einer Frage:

Wie unterstützen wir Führungskräfte bei den Themen, die in keinem Handbuch stehen? Nicht bei den fachlichen Fragen, nicht bei den Prozessen.

Sondern bei den schwierigen Entscheidungen. Den Konflikten und Unsicherheiten. Den Themen, die man weder mit dem eigenen Team noch mit dem Chef besprechen kann.

Also habe ich ein Experiment gestartet.

Einmal im Monat kamen Führungskräfte für 45 Minuten zusammen. Keine Vorträge. Keine Präsentationen. Keine Theorie.

Jemand brachte ein aktuelles Thema mit, die anderen dachten mit. Mehr war es nicht.

Und doch wurde dieses Format zu einem der erfolgreichsten, die ich je eingeführt habe. Am Ende hatte ich 9 solcher Gruppen.

Jahre später traf ich eine Führungskraft wieder. Sie erinnerte sich sofort daran und sagte:

„Susanne, das war damals mein Lieblingstermin im Monat.“

Dieser Satz ist bei mir hängen geblieben. Denn er beschreibt etwas, das in vielen Unternehmen unterschätzt wird:

Führungskräfte brauchen nicht nur Wissen. Sie brauchen Räume zum Denken, zum Austausch und manchmal einfach die Erfahrung, mit ihren Fragen nicht allein zu sein.

Warum viele Führungskräfte mit ihren wichtigsten Fragen allein bleiben

Je höher die Verantwortung, desto weniger Menschen gibt es, mit denen man offen sprechen kann oder will. Die Familie will man auch nicht damit belasten.

Viele Entscheidungen lassen sich nicht mit dem Team diskutieren. Andere möchte man nicht nach oben eskalieren. Manche Themen sind schlicht zu sensibel.

Also werden diese Fragen zwischen Meetings durchdacht, auf dem Heimweg hin und her gewälzt oder nachts noch einmal im Kopf bewegt.

Aber je länger wir über ein Problem nachdenken, desto enger wird unser Blick. Wir sehen nur noch das, was wir ohnehin schon wissen. Neue Optionen entstehen nicht.

Ich habe immer wieder erlebt, wie viel Klarheit entsteht, wenn erfahrene Führungskräfte ihre Gedanken, Erfahrungen und Fragen auf dieselbe Situation werfen.

Plötzlich werden Möglichkeiten sichtbar, die vorher niemand auf dem Schirm hatte. Und oft war die wichtigste Erkenntnis nicht einmal die Lösung selbst, sondern die Erfahrung, mit einem Problem nicht allein zu sein.

Was gute Führungsrunden von Networking-Events unterscheidet

Die wertvollsten Gespräche, die ich in diesen Runden erlebt habe, hatten wenig mit Networking zu tun.

Niemand musste sich darstellen oder beweisen, wie erfolgreich er oder sie ist.

Stattdessen ging es um echte Fragen, Entscheidungen, die anstanden, Konflikte, die gelöst werden mussten, und manchmal einfach um die Möglichkeit, laut denken zu können.

Gerade dadurch entstand eine Offenheit, die in vielen anderen Formaten fehlt.

Ich vermisse diese Gespräche immer noch. Und deshalb hole ich das Format zurück.

Nicht nur, weil diese Gespräche für die Teilnehmenden wertvoll waren, sondern auch, weil kaum etwas spannender ist, als mitzuerleben, was passiert, wenn erfahrene Führungskräfte gemeinsam auf ein echtes Problem schauen.

Tacheles für Tech-Leader ist eine vertrauliche Runde für Führungskräfte im Tech-Umfeld.

Einmal im Monat. 45 Minuten.

Jemand bringt ein aktuelles Thema mit. Die Gruppe denkt mit.

Wir teilen Erfahrungen, hinterfragen Annahmen und suchen nach Lösungen, die im Führungsalltag tatsächlich funktionieren.

Kein Vortrag. Kein Networking-Event. Sondern ein Raum für die Themen, die sonst nirgendwo Platz finden.

Wenn Sie neugierig geworden sind und mehr erfahren möchten, freue ich mich über eine Nachricht.

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Susanne Grebe